Auszüge aus:

Dr. Ulrich Kramer (5/96)

Eine Computerschule für Kinder?
Frühe Medien- und Computer-Kompetenz als Schlüsselqualifikation in der Informationsgesellschaft.

"Ein bedeutender Teil der deutschen Haushalte mit Kindern hat bereits einen Computer, der Anteil nimmt zu. Wir erahnen, was hier an sinnvollen Lernmöglichkeiten entsteht und bisher wenig genutzt wird."

"Der Computer ist als phantastisches Werkzeug aus unserem Leben, insbesondere aber aus der Arbeitswelt nicht mehr fortzudenken. Eine Welt ohne Computer ist inzwischen genau so wenig denkbar, wie eine Welt ohne Bücher, wobei die Anwendungsmöglichkeiten bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind."

"Computerschulen schließen ... eine Lücke: die Kinder kommen ab Vorschulalter ..., arbeiten spielerisch unter Anleitung von besonders geschulten Erzieherinnen und Pädagogen in kleinen Gruppen mit viel Spaß am PC und zwar mit sorgfältig ausgewählten, altersgerechten Lern- und Anwenderprogrammen. Es ist faszinierend zu beobachten, wie offen und voreingenommen und mit wie viel Freude und Kreativität die Kinder bei der Sache sind. Angespornt durch die Unvoreingenommenheit ihrer Kinder finden nicht selten die Eltern (endlich) Zugang zum Computer."

"Den Kindern werden neue Horizonte des Lernens und der Kreativität eröffnet, ihnen wird das Selbstbewußtsein und Sicherheit für die selbstverständliche Benutzung neuer Technologie-Möglichkeiten entkrampft, locker und ohne Leistungsdruck vermittelt."

"Es muß darum gehen, daß wir und vor allem unsere Kinder, den Computer und die neuen Technologien beherrschen und nicht etwa umgekehrt."

"Nicht zu vergessen sind die großen volkswirtschaftlichen und sozialpolitischen Leitlinien und Entwicklungen: Zu den Schlüsseltechnologien von heute und für das überschaubare Morgen gehören ganz wesentlich auch: Informations- und Kommunikationstechnologie mit den sich daraus ergebenden Dienstleistungen."

"Als Ergänzung zu unserem Bildungssytem leisten Computerschulen für Kinder an der Basis einen nicht zu unterschätzenden Beitrag und füllen eine öffentliche Lücke. Es geht dabei auch um einen Beitrag zur langfristigen Sicherung der psychosozialen Gesundheit, die sich stabilisiert, wenn das Geflecht von Anforderungen und Situationen tiefgründig und emotional, auf der Basis angenehmer Primärerfahrungen bekannt und vertraut ist. Die Grundlagen dafür werden in der Kindheit gelegt, je behutsamer, desto besser."

"Wer hier als Kind frühe Medien- und Computerkompetenz erwirbt und mit angenehmen Erinnerungen verbinden kann, wird es in dieser Beziehung lebenslang leichter haben und voraussehbar weniger Aufwand und Kosten für seine späteren Anpassungen verursachen, wird psychosozial besser gerüstet sein, die modernen Technologien kreativ, kritisch und angemessen einzusetzen und deren Möglichkeiten auszuschöpfen."

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